Ratlos in Sachen Sachsen

In der “Zeit für Sachsen” findet sich ein Artikel des ehemaligen sächsischen Datenschutzbeauftragten Thomas Giesen, der wie folgt geteasert wird:

Die Handy-Affäre: Jedem muss klar sein, dass er überwacht werden kann, findet Sachsens früherer Datenschutzbeauftragter Thomas Giesen

Gerne ist man bereit, dieses Statement zu unterschreiben. Sicher sollte sich jeder darüber im Klaren sein, dass er jederzeit Datenspuren hinterlässt, dass er sich anhand diese Spuren überwachen lassen kann.  Leider muss man aber feststellen, dass Herr Giesen in seinem Beitrag nicht nur ein Bewusstsein für die eigene Überwachbarkeit fordert, sondern gleich noch zwei, drei Schritte weitergeht:

Ich freue mich immer über die Kontrollen am Flughafen. So fühle ich mich sicher, obwohl ich anlassfrei als völlig Unschuldiger streng kontrolliert werde.

Wie bittte? WTF? Offensichtlich wünscht sich Giesen also, dass sich die Öffentlichkeit nicht nur ihrer Überwachbarkeit bewusst wird, sie soll sich darüber bitteschön auch noch freuen, weil sie sich dann ja so viel sicherer fühlen kann.

Wie man als ehemaliger Datenschutzbeauftragter aus dem Skandal von Dresden diese Lehre ziehen kann, ist mir völlig schleierhaft. Da hätte es bei Leibe weitaus näher liegenderes gegeben.

Mich macht derlei ratlos. Wie soll man mit jemandem argumentieren, der sich freut, wenn er völlig sinnfrei streng kontrolliert wird? Immerhin macht mir das aber klar, wie recht Torsten Kleinz hat, wenn er sagt, dass wir die Daten-Debatte brauchen, und zwar jetzt.